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Austauschprogramm

Chance für junge Berufstätige und Auszubildende – ein Jahr USA

Für junge Menschen gibt eine ganz besondere Gelegenheit, die USA kennenzulernen: Ein Jahr in den USA leben, die High School besuchen oder arbeiten – diese spannende und einzigartige Kombination bietet das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages.

In diesem Jugendaustausch-Programm des Deutschen Bundestages und des Amerikanischen Kongresses konnten seit 1983 bereits über 17.000 junge Leute (Schüler/Berufstätige) gefördert werden. Bundestagsabgeordnete übernehmen während des Jahres die Patenschaft für die Jugendlichen. Regelmäßig steht auch Hans-Werner Kammer “Pate” für junge Menschen in den Vereinigten Staaten.

Nähere Informationen erhalten Sie auch in meinem Berliner Büro oder unter www.bundestag.de/ppp .


PPP-Schüler-Jahresbericht von Janos Brauer


Janos Brauer in den USA

Mein Austauschjahr begann am 12. August 2009. Meine Eltern waren schon auf meine Abreise vorbereitet, da wir meinen Zwillingsbruder 14 Tage vorher nach Paraguay verabschiedet hatten. Ich war sehr aufgeregt, weil ich noch nie in den USA gewesen war und ich noch nie von meinem Bruder getrennt war. Die USA erschienen mir von Deutschland aus überhaupt nicht fremd, daher hatte ich auch keine Bedenken in den USA auf kulturelle Hindernisse zu treffen.

In Boise, Idaho, angekommen, empfing mich dann auch sehr herzlich das AFS-Komitee Idaho, das sehnsüchtig, so schien es, auf meine Ankunft und die der anderen Austauschschüler gewartet hatte. Wir verbrachten einen sehr schönen ersten Tag gemeinsam und ich machte schon die ersten Bekanntschaften mit Schülern aus anderen Ländern. Von Anfang an verstand ich mich prächtig mit den anderen Austauschschülern und unter ihnen fand ich auch zwei sehr gute Freunde, mit denen ich noch heute jeden Tag schreibe.

Am nächsten Tag traf ich dann endlich meine Gastfamilie zum ersten Mal. Das erste Treffen und das damit verbundene Kennenlernen war sehr merkwürdig. Zunächst konnte ich nicht mit dem Akzent meines Gastvaters umgehen, doch legte sich dies sehr schnell. Meine Gastfamilie wohnte am Rande von Boise und hatte ein sehr schönes Haus, doch leider auch zwei Katzen, denen es gefiel, mich zu ärgern. Wir verstanden uns von Anfang an super und waren wie für einander bestimmt. Ich hätte keine bessere Gastfamilie bekommen können.

Die ersten beiden Wochen fühlte ich mich sehr einsam, da meine Gastmutter und mein Gastvater arbeiten mussten und ich noch niemanden kannte. Daher habe ich mich über die Sportaktivitäten meiner Schule informiert und nach den ersten fünf Tagen in den USA hatte ich schon mein erstes Probetraining im Fußball. Das Training verlief sehr gut. Ich wurde gleich vom Team aufgenommen und konnte erste Kontakte knüpfen bevor die Schule überhaupt anfing. Meine Schule war mit 2000 Schülern sehr groß und durch einen hohen Mormonenanteil sehr konservativ geprägt.

Am ersten Schultag teilten mir die Lehrer mit, dass, obwohl ich ein Austauschschüler bin, ich keine Sonderbehandlung bekommen werde. Natürlich war ich zunächst sehr geschockt, zudem mein Gastvater mir auch sagte , dass die Schule mich eigentlich als weiteren Austauschschüler nicht aufnehmen wollte. Doch überzeugte ich die Schule mit meinen sozialen, sportlichen wie auch schulischen Leistungen von mir, sodass sie doch sehr froh waren, mich aufgenommen zu haben. Meine Schule hatte mehrere Austauschschüler, vor allem Mädchen aus Asien, aber auch vier Jungen aus Deutschland.

Der erste Monat in der Schule war sehr schwierig, da die Sprache doch schon eine Herausforderung war und ich folglich nicht alles verstand. Am Ende des ersten Semesters hatte ich schon zahlreiche Freunde gefunden und ich genoss mein Austauschjahr immer mehr.

Meine Gasteltern reisten mit mir quer durch die ganze USA. Ich lernte viele amerikanische Städte kennen, die verschiedenen Kulturen und erkannte wie vielseitig Amerika doch sei. Die Weihnachtszeit verbrachte ich in Vancouver mit meiner Gastfamilie. Es war ein komisches Gefühl, das Weihnachtsfest in einem anderen Land zu verbringen. Ich musste in der Adventszeit sehr an meine Eltern und auch an meinen Bruder denken, doch gaben meine Gasteltern das Beste, um mich abzulenken. Meine Gasteltern waren wie meine zweite Familie. Wir wuchsen immer weiter zusammen.

Die beste Zeit meines Austauschjahres war die Zeit nach April. Ich hatte viele gute Freunde gefunden und konnte mich immer besser im Englischen verständigen. In den USA ist es nicht leicht als Austauschschüler wahre Freundschaften zu knüpfen, denn jeder will mit einem befreundet sein, doch muss man zwischen guten und falschen Freunden unterscheiden können, was nicht all zu schwer fällt.

Ich bin fasziniert von der Einstellung der Amerikaner. Sie sind Optimisten und immer gut gelaunt. Die USA ist das Land meiner Träume, und es war das beste Jahr meines Lebens. Ich wünschte, ich könnte es nochmal wiederholen. Mir fiel es schwer, wieder nach Deutschland zurückkehren zu müssen. Ich werde wohl in den USA studieren wollen.

Zum Schluss möchte ich mich nochmal bei AFS und vor allem auch bei Herrn Kammer bedanken, der mich für dieses Jahr als Junior-Botschafter ausgewählt hat und mir dieses unglaubliche und unvergessliche Jahr erst ermöglicht hat.

Ich hätte kein besseres Austauschjahr haben können.

Janos Brauer