Bereits seit mehr als 80 Jahren besteht das Senckenberg am Meer. Diese Außenstelle des großen Senckenberg-Institutes für Naturforschung in Frankfurt besuchte der CDU-Bundestagsabgeordnete für Friesland-Wilhelmshaven-Wittmund am Donnerstag zusammen mit dem Landtagskandidaten Jörn Felbier, dem CDU-Kreisvorsitzenden Ewald Peters und Bürgermeister Fritz Langen. Geschäftsführer Prof. Dr. André Freiwald und der Leiter des Zentrums für Marine Biodiversitätsforschung, Prof. Dr. Pedro Martinez Arbizu, erläuterten die Arbeit der Einrichtung.
Im Mittelpunkt stand dabei die Juniorforschungsgruppe „Molekulare Taxonomie Mariner Organismen“. Unter der Leitung von Dr. Michael Rauppach forscht ein sechsköpfiges Team daran, eine effiziente Charakterisierung und Bestimmung der marinen Artenvielfalt zu schaffen und neue Methoden zur Beschleunigung der Biodiversitätserfassung zu entwickeln. “Viele Arten ähneln sich sehr und durchlaufen zudem diverse Entwicklungsstadien. Das macht eine optische Bestimmung schwierig”, so Dr. Rauppach. Sein Team baue dagegen vor allem auf eine Identifizierung durch standardisierte DNA-Fragmente. Das Projekt wird mit rund 1 Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Land Niedersachsen finanziert. Im Rahmen der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ wurde das Projekt als „Ausgewählter Ort 2012“ ausgezeichnet.
Kammer sprach als Berichterstatter seiner Budnestagsfraktion für Seeschifffahrt das Ballastwasser-Problem an. Durch das Ballastwasser von Schiffen werden Organismen in fremde Ökosysteme eingeschleppt: “DieKoalition erarbeitet gerade einen Gesetzentwurf, damit unsere Häfen kein Einfallstor für fremde Arten werden.” Die Wissenschaftler begrüßten diese Initiative ausdrücklich.
Institutsleiter Prof. Freiwald wies auf die große Zahl an wisssenschaftlichen Instituten zur Meeresforschung in Wilhelmshaven hin, denn nicht nur das Senckenberg am Meer ist hier aktiv. Kammer unterstützte Freiwalds Appell für einen Ausbau der Forschung: “Die Wissenshcaft kann neben der Deutschen Marine und dem Seehandel das dritte Standbein für die Jadestadt werden.”



